Bauproduktenrichtlinie und Normen

"Mandatierte" und "harmonisierte" Normen

Die von Bauprodukten zu erfüllenden Eigenschaften, die der Einhaltung der wesentlichen Anforderungen dienen, sind nicht in der Bauproduktenrichtlinie selbst angegeben, sondern in den sogenannten Grundlagendokumenten, den Interpretative Documents.

Auf deren Basis wurden bzw. werden von der Kommission der EU Aufträge in Form von Mandaten an die europäische Normungsorganisation CEN erteilt.

Zum besseren Verständnis von Fragen die sich aus der Interpretation der Bauproduktenrichtlinie ergeben, wurden und werden Guidance Papers erstellt. 

Aufgrund der Mandate, z.B. M/124 für Straßenbaustoffe, werden sogenannte „mandatierte“ Normen erarbeitet, die die Basis für die CE-Kennzeichnung eines Bauproduktes darstellen.

Durch die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU wird aus einer „mandatierten“ eine „harmonisierte“ europäische Norm (EN).

Die Koexistenzperiode

Auf Basis einer harmonisierten Norm ist eine CE-Kennzeichnung ab dem Datum der Anwendbarkeit möglich (im Beispiel der 1. April 2001).

Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Koexistenzperiode (Übergangszeit). Im Zeitraum der Koexistenzperiode führen Hersteller den Wechsel in das System der CE-Kennzeichnung durch.

Mit dem Ende der Koexistenzperiode (Im Beispiel der 1. April 2002) ist die CE-Kennzeichnung die Voraussetzung um ein Bauprodukt in Verkehr bringen zu können.